Lonely rider

von Markus Utz

An alle Bamlacher Warmduscher.

Da steht der Bamlacher Pressewart, Ralf Gebhardt am 4. Advent aus dem warmen Nest auf und schlurbt zum Thermometer an der Aussenwand. Seine noch kleinen Augen erfassen die unglaubliche Temperatur von minus 11°C !!!! Bei diesem Wind sind die gefühlten Grade wahrscheinlich noch einiges weniger. Hätte er Haare auf den Beinen, so würden sie jetzt senkrecht stehen. Das wäre doch eine rekordverdächtige Temperatur für eine Bamlacher Ausfahrt!? Um dieses sporthistorische Ereignis optisch zu erfassen, nimmt er auch die Kamera mit. Als Sicherheit noch das Handy, falls die Kette einfriert und sich nichts mehr dreht.

Hoffnungsvoll macht er sich auf den Weg um dieses seltene Erlebnis mit seinen knochenharten Kumpels zu teilen. Er kennt die Zähigkeit mit der diese mit Muskeln bepackten Naturburschen die Kilometer unter ihren Pedalen wegdrücken. Im stillen hofft er auf Gnade und eine baldige Einkehr, denn ihm frieren schon nach wenigen Minuten die Fingerspitzen ab.

Die Wege sind gut zu fahren. Auch den Hohleweg hinunter kein Problem.
Nur "in die Kurve hineinlegen" war nicht zu empfehlen.

Beim bekannten Treffpunkt in Schliengen war die Erstaunung groß, dass er der einzigste Teilnehmer an der "Kältesten offiziellen Ausfahrt"
des RV Bamlach sein sollte. Der Selbstauslöser der Kamera friert in diesen aussergewöhnlichen Moment ein. Die Handschuhe konnte er nicht zu lange auslassen.

Am Rhein entlang bis Zienken. Dann Hügelheim und ein kurzer Stop beim Heizmann in Müllheim. Milchkaffee und Nusschnecke mit gleichzeitiger "Bild"ung. Wenn in Koppenhagen über plus 2°C erfolglos diskutiert wird, dann sollten sich die Herrschaften Politiker an den Bamlacher Modellathleten ein Beispiel nehmen wie diese mit minus 11°C umgehen.
Und alles ohne nennenswerten CO2 Ausstoß.

Eigentlich wollte Ralf Gebhardt im Kaffee noch ein Gruppenfoto mit ein paar Türken als Bamlacher Komparsen machen um in einer SMS an Angie diese bahnbrechenden Erkenntnisse zu übermitteln: "Bamlacher Einigkeit macht stark und tut der Umwelt gut."

Dann ging es zurück nach Bamlach, immer gegen den Wind mit Eis auf der Sturmmütze, den Hohleweg wieder hoch und nach 42 km daheim. Das hat gereicht an diesem vierten Advent im Jahr 2009.

Schade für die, die es nicht erleben konnten.

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